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4GenderStudies

Der AStA unterstützt den bundesweiten Aktionstag #4GenderStudies am 18. Dezember 2018, der dieses Jahr an der TU Darmstadt unter dem Motto 'Vielfalt fordert' steht. Dem offiziellen Statement, dass aus einer Arbeitsgruppe von Studierenden und Mitarbeiter*innen verschiedener Fachbereiche der TU hervorgegangen ist, schließen wir uns ausdrücklich an. Darin heißt es:

„Vielfalt ist eine soziale Tatsache. Sie ist aber auch eine Herausforderung und Aufforderung an uns alle, über das Verhältnis zu uns selbst und zur Welt immer wieder neu zu reflektieren. Wie Forschung und Lehre im Allgemeinen nehmen Gender und Queer Studies die Aufgabe wahr, eine kritische Reflexion von sozialen und geschlechtlichen Unterscheidungen zu fördern und damit zu einem hierarchiefreien und wertschätzenden Umgang mit Differenz und deren Anerkennung beizutragen. Beschäftigte und Studierende der TU Darmstadt unterstützen daher den bundesweiten Aktionstag #4GenderStudies. Wir sehen in den Gender und Queer Studies eine leidenschaftliche Haltung innerhalb kritisch engagierter Wissenschaft mit steter Bereitschaft zu neuerlichem Nachdenken, einschließlich der sich daraus ergebenden Revisionen traditioneller Vorstellungen sexueller und geschlechtlicher ‚Richtigkeiten‘. Denn Geschlecht und Sexualität stellen individuell, gesellschaftlich und global noch immer Erfahrungskontexte dar, die Leiden schaffen. Mit der Anerkennung dessen, der Wahrnehmung und Untersuchung von Gewalt und ihrer Ursachen kann eine widerständige Perspektive eingenommen werden. Diese zielt auf ein umfassendes Verständnis von Gerechtigkeit ab, das geschlechtliche und sexuelle Gerechtigkeit und Freiheit inkludiert.“

Als AStA möchten wir hinzufügen, dass die anhaltende Diffarmierung der Gender Studies  nicht von ungefähr kommt und daher ein bundesweiter Aktionstag für Gender und Queer Studies von großer Bedeutung ist. Als Wissenschaft, die bestehende Hierarchien und Ordnungen hinterfragt und angreift, bedroht sie eben diese Strukturen. Akteur*innen, die von sexistischen, rassistischen oder klassistischen Strukturen profitieren, fühlen sich oft von den Gender Studies persönlich angegriffen. Doch Gender und Queer Studies müssen stören! Im Sinne der von Sara Ahmed entworfenen Figur des 'feminist killjoy' nimmt diese Wissenschaft die Rolle einer Störerin ein, die durch das wiederkehrende Aufmerksam-Machen auf unhinterfragtes, teilweise unbewusstes Reproduzieren von Machtverhältnissen Unbehagen hervorruft, weil selbstverständliche Privilegien infrage gestellt werden. Aufgabe der Gender und Queer Studies ist es daher auch „[...] to kill other people’s joy; to get in the way of other people’s investments.“ (Sara Ahmed 2017: Living a Feminist Life, Durham: Duke UP: 65)