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Nahost im Umbruch - Eine Reihe auch über den Islamismus

Die Grausamkeit und gleichzeitig der Erfolg der Terrorgruppe IS ist in aller Munde. Neben massiven Gebietsgewinnen und einer medial ausgeschlachteten Grausamkeit, die zum Image gehört, wird in dem errichten Gottesstaat (Kalifat) die islamische Rechtssprechung (Scharia) strikt durchgeführt. Die faschistischen Elemente sind nicht zu verkennen: Neben einem inneren Feind, wie den Schiiten, ungläubigen Sunniten oder eben den Kurden, gibt es einen äußeren Feind, den Israel und die westliche Welt darstellt.

Doch auch für Menschen aus den demokratischen Ländern Europas und den USA scheint es einen gewissen Reiz am Beitritt zu der Terrormiliz zu geben. Dies widerspricht allerdings der These, dass der moderne Islamismus ein Überbleibsel der Steinzeit bzw. voraufklärerisch sei. Innerhalb der westlichen Gesellschaft gibt es anscheinend ein Verlangen nach einer höheren Macht bzw. einer lebensbestimmenden, idealistischen Aufgabe. Warum dies so sein könnte, soll eine zu klärende Frage der Reihe sein.

Eine sehr bedeutende Rolle nimmt die Adminstration der USA in dem Konflikt ein. Weigerte man sich lange die demokratische syrische Opposition zu unterstützen bis diese von Islamisten unterwandert war, schickt man den kurdischen Gruppen bis zum jetzigen Zeitpunkt nur vereinzelte Bombardements und geht nun zur Krönung ein Bündnis mit Assad und dem Mullah-Regime des Irans ein. Zumindest gibt es hier eine Unterstützung, was man von den anderen westlichen Staaten nicht behaupten kann. Deutschland pflegt sogar seit Jahren gute Beziehungen zu den islamistischen Regimen der Region. Wir möchten mithilfe der Vorträge zeigen, dass ein simples schwarz-weiß Denken in dem Konflikt nicht angebracht ist und dass der Feind meines Feindes eben nicht mein Freund ist.

Vielmehr wollen wir durch die Entstehungsgeschichte von (damals) ISIS aufzeigen, warum Assad und der Iran keine Option sein können und dass zu den wenigen progressiven Kräften der Region die größtenteils demokratische Freie Syrische Armee und eben die Kurden zu zählen sind.

Die Rekrutierung junger Gotteskrieger findet heutzutage vor allem über Facebook statt. Welche Rolle Jugendkultur und soziale Medien für den Erfolg islamistischer Gruppierungen spielen, soll ebenfalls Thema sein, wie die Deradikalisierung von Jugendlichen, also die Bekämpfung islamistischer und antisemitischer Einstellungen von jungen, meist männlichen, Erwachsenen.

Die Vorträge finden immer mittwochs im Schlosskeller statt. Dabei wird der Einlass um 18:00 Uhr sein und um 18:30 Uhr pünktlich begonnen.

10.11.14
Oliver M. Piecha: Islamismus als Phänomen der Moderne

​17.11.14
Thomas Osten-Sacken: Naher Osten 2014

08.12.14
Bassam Abdullah: Zur Entstehung von ISIS und der Bedeutung der Kurden

12.01.15
Pascale Müller: Zwischen Fatwa und Facebook - Radikalisierung, Jugendkultur und soziale Medien

26.01.15
Ahmad Mansour: Islam(ist)ischer Antisemitusmus - Ursachen, Erscheinungsformen und Prävention


Bei Fragen zu den einzelnen Vorträgen oder dem Inhalt allgemein, könnt ihr auch gerne eine E-Mail schreiben.

Ausgeschlossen von der Teilnahme an den Veranstaltungen sind Personen mit menschenverachtendem Weltbild.

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